Zur-Rezept (saure Mehlsuppe)
eine oberschlesische Spezialität

Anhand dieses Rezeptes will ich anderen die Möglichkeit geben, einmal meine absolute Lieblingssuppe zu testen. Ich weiß, sie ist nicht jedermanns Geschmack, aber den meisten wird es absolut schmecken!
Zur (das Z wird gesprochen wie das zweite g in Garage) ist eine typisch oberschlesische Spezialität und wird auch als saure Mehlsuppe bezeichnet. Es gibt viele, viele Möglichkeiten, diese Suppe zu kochen. Teilweise wird auch kein Kefir genommen, sondern der Saft von Sauerkraut, aber ich beschreibe hier mal die Version, die ich von meiner Mutter und Oma beigebracht bekommen habe (eigentlich die Stammversion dessen).

Was brauche ich dazu?
Kartoffel, 2-3 Liter Wasser
2 Knoblauchzehen
500 ml Kefir und evtl. etwas Buttermilch (falls der Kefir nicht reicht)
bis zu 5 Esslöffel Mehl
nicht mal 100 ml Sahne (wer weniger Fett will, soll stattdessen Naturjoghurt nehmen)
2 Stück (etwa 200 g) Kabanossi (gibt es günstig bei Lidl) oder Katenschinken
Salz und Pfeffer
Würze in Form von Glutamat (besser gesagt "Maggi").

Wie koche ich das?
Erstmal die unangenehme Sache: Schön viele Kartoffel schälen und kochen (Salz dazugeben).
Man nehme einen größeren Topf und befülle ihn mit etwa 2-3 Liter Wasser. Ganz wichtig ist, dass man noch genug Platz lässt, denn es kommen noch ein halber Liter Kefir dazu und auch noch Kabanossi. Das stellt man schon aufeine Platte und lässt es kochen.
Während es sich aufwärmt, sollte man eine oder zwei Knoblauchzehen fein zerkleinern und diese in dem Wasser aufkochen.
So, währenddessen füllt man die 500 ml Kefir in ein anderes Gefäß und gibt etwa 3 gehäufte Esslöffel Mehl hinein und verrührt das schön mit einem Schneebesen.
Ist noch etwas Zeit,dann kann man den Kabanossi in kleine Würfelchen zerkleinern und diese einfach so in einen kleinen Topf (ohne Fett) geben und langsam anbraten.
Diese "Kefir-Mehl-Brühe" in das kochende Knoblauchwasser hineingeben und einmal durchrühren. Den Herd auf eine kleinere Stufe stellen, denn die Suppe darf nun nicht anbrennen. Wenn die Kabanossiwürfel nun etwas angebraten sind, dann einfach in die Suppe hineinschmeißen und die Suppe damit nunaufkochen.
Hinweis: Da ich persönlich alles auf Augenmaß mache, weiß ich nicht ob die Literangaben stimmen. Wenn ihr meint, die Suppe ist total dünnflüssig und ist klar durchsichtig, dann einfach die Buttermilch oder den Joghurt nehmen und darin noch etwa 2 Esslöffel Mehl hinein geben und mit einem Schneebesen durchrühren. Das Ganze dann wieder in die Suppe rein. Also 5 Esslöffel reichen vollkommen aus, auch wenn die Suppe noch dünnflüssig ist; durch das Kochen wird es dann steifer.
So, jetzt einfach nur bei der Suppe stehen und aufpassen, dass sie nicht anbrennt, das heißt öfters mal durchrühren. Jetzt kann man auch etwas Sahne hinzugeben, aber nicht viel. Nun auch noch etwas Pfeffer und etwas mehr Salz hineingeben. Dazu noch etwas viel Maggi. Abschmecken; es sollte sauer schmecken.
Wenn die Suppe einmal aufgekocht ist, dann bindet das Mehl die Suppe etwas. Dann wäre die Suppe eigentlich fertig.
Inzwischen sollten die Kartoffel auch durch sein.

Wie esse ich das?
Die gekochten Kartoffel (2-3 Stück) in einen Teller geben und zerkleinern. Darauf dann die Suppe draufschütten. Das Ganze dann entsprechend gut würzen (ich nehme immer viel Maggi), bis es gut sauer ist.

Geschmackshinweis:
Ist in dem Topf genug Platz, stampft man die Kartoffeln (jedoch nicht zu klein!) und gibt sie in die Suppe. Wenn man das nun z. B. über Nacht stehen lässt, schmeckt die Suppe am nächsten Tag umso besser (saurer).

So, nun aber guten Appetit.